3 Technologien, die Ihre Gesundheits-App haben sollte

May 19, 2021

In den letzten Jahren rücken mobile Gesundheitsanwendungen immer mehr in den Vordergrund und haben einen wegweisenden Einfluss auf das Gesundheitswesen. Durch die zunehmende Mobilität, Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit von Diensten sorgt eine Vielzahl von aufkommenden mobilen Technologien für lang anhaltende Veränderungen in dieser Branche. Im digitalen Zeitalter werden mobile Apps zunehmend für eine Vielzahl von Funktionen genutzt, ja man verlässt sich sogar darauf. Von der kosteneffizienten Kommunikation zwischen Patient:innen und Ärzt:innen über die Verbreitung von Gesundheitsinformationen bis hin zur Patientenüberwachung, Terminplanung und der Nachverfolgung diverser Akten – mobile Apps werden zu beliebten Optionen und Lösungen für das moderne Gesundheitswesen.

Mit mehr als 318.000 erfassten Gesundheits-Apps und einem durchschnittlichen Zuwachs von 200 Apps pro Tag [1] wird deutlich, dass das Potenzial und die Vorteile des mobilen Einsatzes nicht unbemerkt bleiben. Mit dieser Art von Wettbewerb in einem überversorgten Markt wird es für Anbieter jedoch immer schwieriger, relevant zu bleiben und vor allem an der Spitze zu stehen. Aus diesem Grund stellen wir Ihnen die drei wichtigsten Technologien vor, die Anbieter von mobilen Gesundheits-Apps nutzen können, um sich auf dem Markt zu etablieren.

In diesem Artikel werden wir die folgenden Punkte behandeln:

  • Zeitgemäße Technologien, die die Funktionalität, Flexibilität und Effizienz von mobilen Gesundheits-Apps erhöhen
  • Bemerkenswerte Anwendungen solcher Technologien in der Branche
  • Beliebte Vorteile für Unternehmen, die diese Weiterentwicklungen nutzen

Teil der Life Science Serie

Gesundheits-Apps: Cloud-basiertes interoperables Datensatzsystem

Digitale Daten werden von Expert:innen als der neue grundlegende Reichtum des Gesundheitswesens und anderer Sektoren angesehen [2 & 3]. Branchendaten bestätigen jedoch einen großen Rückschlag bei der vollen Ausschöpfung dieser Ressource – die mangelnde Interoperabilität [2 & 3], also Kompatibilität. Da Daten in exklusiven Datenbanken isoliert und mit den meisten Systemen und öffentlicher Software praktisch nicht kompatibel sind, wird es schwieriger, wichtige Informationen gemeinsam zu nutzen, zu analysieren und auszuschöpfen – was Dienstleistungen, Forschung und das Gesundheitswesen insgesamt verlangsamt.

Um das volle Potenzial von Daten in mobilen Anwendungen nutzen zu können, müssen Anbieter ein organisiertes und vollständig interoperables System schaffen, das in der Lage ist, kontinuierlich wachsende Informationsmengen zu verwalten. Durch die Migration von Daten in eine sichere Cloud und die Implementierung von künstlicher Intelligenz und Blockchain zur Verwaltung von Daten können Organisationen einfach auf Datensätze zugreifen und diese gemeinsam nutzen, Kundenerfahrungen optimieren und personalisieren sowie notwendige Informationen nachverfolgen. Durch den Aufbau einer semantischen Interoperabilität verbinden diese Integrationen Systeme und Stakeholder und sorgen gleichzeitig für die Sicherheit der Daten und einen effizienten Service.

Eine Studie hat ergeben, dass 46 Prozent der Krankenhäuser mittlerweile elektronischen Zugriff auf Patienteninformationen haben, die mit anderen Anbietern und Quellen geteilt werden – was eine schnellere und koordinierte Behandlung der Patienten ermöglicht und deren Gesamterlebnis verbessert [4]. Darüber hinaus haben Anbieter von mobilen Apps mit hochgeladenen interoperablen Systemen den Vorteil einer höheren Produktivität bei geringeren Arbeitskosten. Untersuchungen zufolge könnte die Kompatibilität von Systemen dem amerikanischen Gesundheitssystem mehr als 30 Milliarden USD pro Jahr einsparen, indem die Transaktions- und Servicegeschwindigkeit erhöht und gleichzeitig menschliche Arbeitskraft für profitablere Aufgaben eingesetzt wird [5].

Gesundheits-Apps: Big Data Analytics

Die Nutzung von Datenanalysen für mobile Gesundheits-Apps hat sich ebenfalls als eine der wirkungsvollsten Technologien für die digitale Behandlung und Pflege erwiesen. Laut einer Studie [3] besteht angesichts der unkontrollierbaren Anhäufung medizinischer Daten eine der größten Herausforderungen für viele Gesundheitsdienstleister darin, das Gesamtbild zu verstehen. Durch die Verarbeitung und Interpretation von relevanten Erkenntnissen aus großen Verbraucherdaten geht Big Data Analytics auf solche berechtigten Bedenken ein.

Mit der effektiven Instrumentalisierung von Big Data Analysen können Fachleute schnell allgemeine Informationen zur Beurteilung des individuellen Patientenzustands gewinnen und entsprechend handeln. In einem größeren Maßstab können Forscher:innen auf dem Gebiet auch datengesteuerte relevante Erkenntnisse nutzen, um massive Informationen zu gemeinsamen Symptomen und wirksamen Behandlungen zu konsolidieren, um die Diagnose und die Formulierung von Behandlungen zu verbessern. Alles in allem erweisen sich Big Data Analysen als nützlich, um Daten über den Kundensupport hinaus zu nutzen – und grundsätzlich mehr Wert für Daten als Ressource in der Gemeinschaft zu erhalten.

Gesundheits-Apps: Integriertes mobiles Zahlungssystem

Die Integration mobiler Bezahlsysteme im Gesundheitswesen ist ein weiterer epochaler Trend für verschiedene Branchen und Nischen mobiler Apps und schafft eine bequemere und verantwortungsvollere Erfahrung für die Akteure der Branche. Zahlreiche Gesundheits-Apps auf dem Markt bieten Patient:innen und Teilnehmer:innen des Gesundheitswesens die Möglichkeit, Geld digital innerhalb ihrer Plattformen zu transferieren, um ein besseres, schnelleres und kompakteres Nutzererlebnis zu gewährleisten sowie die Nachverfolgung im Backend zu sichern und zu zentralisieren.

Wie Forbes in einem kürzlich erschienenen Artikel feststellte, sind mobile Zahlungen nicht länger eine Alternative, sondern haben sich zu einer Anforderung entwickelt [2]. Um die Dringlichkeit und Auswirkung dieser Integration zu verdeutlichen, zeigt eine weitere Studie, dass sich diese Funktion auch bei der Monetarisierung von mehr Online-Diensten deutlich auszahlt, im Gegensatz zu mobilen Apps, die nur begrenzte Zahlungsmethoden anbieten und somit von Transaktionen abschrecken – so sind mobile Apps mit mobilen Zahlungsoptionen bis zu zehnmal profitabler als solche ohne [3].

Die wichtigsten Erkenntnisse für erfolgreiche Gesundheits-Apps

  • Mit dem richtigen Ansatz und den notwendigen Tools kann der Wert der Daten aus mobilen Gesundheits-Apps in der Forschung, der Leistungserbringung und dem allgemeinen Fortschritt der Branche exponentiell gesteigert werden.
  • Die Interoperabilität von Daten spart nicht nur Fachleuten und Anbietern Kosten und fördert die Koordination, die schnelle Informationsbereitstellung schafft auch ein besser auf Notfälle vorbereitetes System für Patient:innen.
  • Ebenso wichtig für die Entwicklung digitaler Dienste sind Integrationen für mobile Zahlungsalternativen, die ebenfalls aufholen müssen, um die Rentabilität und den Nutzenden von mobilen Gesundheits-Apps wirklich zu maximieren. 

Fußnoten:

[1] IQVIA Institute, “The Growing Value of Digital Health”, 2017
[2] Forbes, “Mobile Payments Aren’t Alternative Payments Anymore”, 2020
[3] Deloitte, “2020 Global Life Sciences Outlook”, 2020
[4] National Institutes of Health, “Why digital medicine depends on interoperability”, 2019
[5] West Health Institute, “Analysis by West Health Institute finds medical device interoperability could save more than $30 billion a year”, 2020

Weitere Referenzen:

Axtria, “Emerging Technology Trends In the Life Sciences Industry”, 2020
Becker’s Healthcare Research, “The 5 key benefits of healthcare interoperability”, 2019
Forbes, “Boomers And Gen Xers Skipping Health Care Due To Cost”, 2018
Statista, “Cost decreases from adopting artificial intelligence (AI) in organizations worldwide as of 2019, by function”, 2019

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